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17.08.2016

Licht und Schatten

Seit einigen Wochen schreibe ich eine Kolumne für die OZ. Die hat hier normalerweise nichts zu suchen. Aber da der Piraten – Sommer sich zu seinem Ende neigt, will ich sie Euch nicht vorenthalten..

Allmählich neigt sich die Spielzeit im Piraten Action Open Air Theater Grevesmühlen dem Ende zu. Noch 15 normale Vorstellungen und ein „Piraten – Spezial“ liegen vor, 46 bereits hinter uns.

In einem Sommer, der uns vor allem mit flüssigem Sonnenschein von oben beglückte, haben wir bisher alles gegeben. Tausende glückliche Zuschauer verließen, eingehüllt in ihre Regencapes, bibbernd, aber mit einem Lächeln im Gesicht unser Theater oder harrten, dem Wetter zum Trotz, auch nach der Vorstellung aus, um an eines der begehrten Autogramme zu kommen oder zu den Klängen von Squeezebox Teddy das Tanzbein zu schwingen.
Wir haben, immer mit besorgtem Blick in den Himmel eine DVD produziert, eine gewaltige Benefiz – Gala veranstaltet, haben drei Mal die Woche ein hartes Kampftraining absolviert, um den hohen Standard unserer Kämpfe bei zu behalten, haben segeln und reiten gelernt, uns die Vorstellungen der Mitbewerber angesehen, haben für den NDR gedreht, mit vielen Vertretern der verschiedensten Medien gesprochen und sind raus gefahren in die Städte und Dörfer und haben den Menschen unser Theater näher gebracht.
Beinahe jeder Darsteller war mindestens einmal erkältet und der Absatz an Magnesium- und Calciumtabletten in der Region müsste sprunghaft angestiegen sein, da müde Piraten – Muskeln wieder aufgebaut werden wollen.
Und so macht sich allmählich Wehmut breit. Denn ein Piratensommer ist mit Nichts vergleichbar. So viele Eindrücke auf, hinter und vor der Bühne, so viele wunderbare Begegnungen mit Fremden, Freunden und Zuschauern; und so bald soll das Alles wieder vorbei sein?
Doch eben noch nicht ganz. Die Tage werden kürzer, und in der früher einsetzenden Dunkelheit wirkt unser Stück „Das Geisterschiff“ von Tag zu Tag schöner. Feuer und Licht greifen ineinander und verzaubern uns und die Zuschauer. Aber, wo mehr Licht ist, ist auch mehr Schatten. Und große Ereignisse werfen bekanntlich besonders große Schatten voraus. Und so blicke ich, der Regisseur, mit sehr gemischten Gefühlen auf den dritten September: auf unsere Derniere, die letzte Vorstellung, oder bei den Piraten eben: die Comedy-Vorstellung. Kaum ein Stein wird auf dem anderen bleiben, wenn meine Kollegen meine geliebte Inszenierung nach Strich und Faden auseinander nehmen und mit einer geballten Ladung an Schabernack, Gags, Unerwartetem, Frechheiten und Blödsinn aufwarten. Das Herz blutet mir schon im Voraus, aber so ist das eben im Piraten Open Air Theater: Nichts ist hier so wie anderswo. Für Piraten – Fans ist die Comedy – Vorstellung allerdings ein absolutes Muss. Ein herzhafter Angriff auf Ihre Lachmuskeln und ein versöhnlicher Abschied aus einem einzigartigen Sommer. Karten dafür sind wohl noch einige zu haben, aber bitte, bitte, sehen sie sich vorher noch eine der „normalen“ Vorstellungen an. Denn nur wer den Vergleich hat, kann sich für 2016 lachend von uns verabschieden.

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